Rheinische Post: Das Sommermärchen (02.07.09)

Von: Christian Ehlers

Hinter den ersten Tennis-Herren des Langenfelder TC 76 liegt eine unglaubliche Saison. Das Team wollte sicher die Klasse halten – und schaffte dann mit dem Aufstieg zur 1. Verbandsliga den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte.

Niemand hätte daran am Anfang der Saison den kleinsten Gedanken verschwendet. Auf dem Programm stand schließlich nur das Unternehmen sicherer Klassenerhalt. Aber mittendrin entwickelte sich die Saison 2009 für den Langenfelder Tennis-Club 76 (LTC) zu einem ungewöhnlichen Sommermärchen. Und am Ende ging der Traum sogar in Erfüllung. Die ersten Herren sicherten sich in der 2. Verbandsliga (Gruppe A) mit dem abschließenden 8:1-Sieg beim TC Kaiserswerth II die Meisterschaft und den bisher größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Im Jahr 2010 wird der LTC zum ersten Mal in der 1. Verbandsliga spielen, die in Deutschland die vierthöchste Klasse ist und nach der Niederrheinliga die zweithöchsten Klasse im Tennis-Verband Niederrhein.

Info: Über Stützpfeiler

Der Langenfelder TC 76 (LTC) konnten sich bei seinem Siegeszug in der 2. Verbandsliga auch auf einige Unterstützung von außerhalb verlassen. Auf der Anlage am Heinenbusch in Richrath gabs deshalb einen echten Heimvorteil und selbst bei den teilweise weiten Fahrten zu den Auswärtsspielen gabs als Zuschauer immer einige anfeuernde LTC-Fans.

Rein sportlich präsentierten sich die ersten Herren als echtes Team. Einen Beweis lieferte die Statistik. Zu den sechs Saison-Begegnungen gehörten insgesamt 18 Doppel – und die Langenfelder konnten alle für sich entscheiden.

Langenfeld, vor zwei Jahren in die 2. Verbandsliga aufgestiegen, wollte sich nur in der Klasse etablieren – und nicht wieder zittern wie 2008, als die Rettung erst auf den letzten Drücker glückte. Bald war klar, dass der LTC diesmal nicht in Gefahr geraten würde. Mit dem 9:0 über den Haaner TC, dem 7:2 beim TC Rheindahlen und dem 9:0 über den TV Burgaltendorf hatte das Team um Spielertrainer Sebastian Petschnig bereits drei Erfolge auf dem Konto.

Dann gabs als erstes dickes Ausrufezeichen das 6:3 beim zuvor ebenfalls unbesiegten TC BW Flüren und es folgte das Aufstiegs-Endspiel gegen den Favoriten TC Bovert. Die Gastgeber, vom eigenen Anhang begeistert gefeiert, lieferten einen großen Kampf und entschieden alle vier Partien über drei Sätze (Match-Tiebreak) für sich. Mit dem 7:2 waren die Weichen in Richtung Aufstieg gestellt.

 

Finale ohne Mühe

Der Saison-Abschluss beim Düsseldorfer Nachbarn war im Grunde eine Formsache und die entschlossenen Langenfelder ließen sich den Triumph nicht mehr nehmen. Die sechs Einzel brachten bereits die 5:1-Führung, die der LTC durch drei gute Doppel auf 8:1 ausbaute.

Selbst zum Finale bot der Meister wieder viele erstklassige Leistungen – wie zum Beispiel Marc Münch (Nummer zwei), der den 18 Jahre jungen Australier Lachlan Treacher (als Tennis-Profi unterwegs) mit 6:2, 6:2 bezwang. Münch krönte dadurch eine überragende Saison 2009, in der er wie Alexander Marx (Nummer vier) keine Niederlage erlitt. Unter dem Strich blieb der LTC als einziges Team in der 2. Verbandsliga ungeschlagen und stieg deshalb völlig verdient auf.